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Hämatologie & Onkologie

Hirndruck: Diagnose

Definition

Der im Inneren des Schädels herrschende (intracranielle) Druck resultiert aus dem Gewebsdruck des Gehirns und dem Druck der Blutgefäße. Er beträgt beim Gesunden 3 – 15 mm Hg und kann bei krankhaften Veränderungen, wie Hirnschwellung bzw. Blutung durch Verletzung oder Spontanblutung oder durch Tumoren pathologische Werte erreichen und seinerseits wieder zu einer Störung des Flüssigkeitskreislaufs des Gehirns, von Hirnzentren und der Hirnnerven führen.

Ursachen
  • Begleitsymptom intrakranieller Tumoren
  • Verletzungen
    • Hirnödem in der unmittelbar dem Trauma folgenden Zeit, Hirnkontusion
    • Sub- oder epidurales Hämatom (siehe auch Schädelhirntraumen)
  • Infektionen
    • Meningitis, eitrig: Liquor trübe, 10.000/3 und mehr segmentkernige Leukozyten oder tuberkulös: anfangs im Liquor Vermehrung der segmentkernigen Leukozyten, später lymphozytäre Pleozytose. Spontangerinnung (Spinngewebsgerinnsel) durch hohen Eiweißgehalt
    • Hirnabszess oder Empyem
    • Akute Enzephalitis
  • Zerebrale Venenthrombose
  • Arterielle und venöse Durchblutungsstörungen (siehe auch Schlaganfall)
  • Sogenannte benigne intrakranielle Hypertension ("Pseudotumor cerebri ")
  • Arterieller Hochdruck als Ursache eines intrazerebralen Hämatoms oder eines Hirnödems
  • Hochdruckenzephalopathie (meist neben Stauungspapille auch hypertoniebedingte Gefäßveränderungen am Augenhintergrund)
  • Hypoxie
Symptome
  • Hartnäckige Kopfschmerzen; besonders frontal, oft sehr quälend, häufig anfallsweise Verstärkung und plötzliches Abflauen, Zunahme bei Anstrengungen und Husten
  • Erbrechen; typisch: unabhängig von den Mahlzeiten auch nüchtern, aber alle Formen möglich
  • Augensymptome: Schleiersehen, Nebelsehen, Abnahme der Sehschärfe (Stauungspapille), Abduzenslähmung
  • Atemstörungen
  • Krampfanfälle: je nach Ursache
  • Psychische Veränderungen, Trübung des Bewusstseins; psychomotorische Verlangsamung, Apathie, Somnolenz bis Koma
Diagnostik
  • Neurologische Untersuchung: Sie kann zu Beginn ohne pathologischen Befund sein (Meningismus!)
  • Augenhintergrund
    • Stauungspapille (wird nur bei 50 % der Fälle gefunden)
    • Optikusatrophie nach länger bestehender Stauungspapille (Gefahr der Erblindung)
  • Computertomographie, evtl. NMR (Kernspintomographie)
  • Weitere Untersuchungen
    • Röntgenaufnahme des Schädels: Nahtverbreiterung beim Kind; beim Erwachsenen sog. sekundäre Sella, wenn sich der Prozess langsam entwickelt (Erweiterung der Sella turcica, Atrophie des Dorsum sellae und der Proc. clinoidei)
  • EEG: Veränderungen uncharakteristisch und unabhängig von der Ursache

 

Cave: Lumbalpunktion (Einklemmungsgefahr)

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Letztes Update:9 März, 2009 - 15:17